Kreisrangliste mal anders - der Blick von hinter der Bande

Geschrieben von Jens Radeloff am . Veröffentlicht in Jugend Allgemein

Am 13. und 14. Mai 2017 fand die Kreisrangliste der Schüler/innen A und C in Trittau statt. Wie so oft gab es viele Teilnehmer und wenig Coaches, und so erklärte ich mich bereit, als Coach auszuhelfen. Im Anschluss hat Cordula mich gebeten, einen kleinen Artikel zu schreiben. Auf die Frage hin: „Wie und was soll da drinstehen?“, antwortete Cordula: „Lass dir was einfallen". Das will ich hier nun versuchen und das Event aus Sicht eines Coach-Frischlings und Vaters zusammenfassen…

Tag 1 - Schüler/innen A:

Aus Bargteheide nahmen Nicola, Kieran, Marci, Leo, Thore, Tom, Felix und Paolo teil. Nicola spielte eine Klasse höher als ihre Altersklasse und hatte es daher mit echt schweren Gegnerinnen zu tun, wurde aber super durch ihren Papa gecoacht. So konzentrierte ich mich zusammen mit den anderen Coaches auf die Jungs. Dies erwies sich gerade als Coach-Frischling als nicht ganz einfach. Die ersten Matches hielt ich mich etwas zurück und beobachtete nur. Ich war sehr überrascht, mit wieviel Ehrgeiz die Jungs selbst in dieser Altersgruppe unterwegs sind. Es wurde gekämpft und gejubelt, es gab Euphorie und Tränen. Ab der zweiten Runde wurde ich mutiger und ging auf die Jungs zu - hatte ich bisher doch noch nie mit ihnen zu tun gehabt. Coach sein bedeutet nicht nur, irgendwelche Tipps zu geben. Es bedeutet vielmehr, genau den richtigen Ton zu treffen. Und dann sollten die Tipps auch noch für den Spieler technisch umsetzbar sein. Gar nicht einfach - so fragte ich mich dann nach einem verlorengegangenen Spiel, ob es an meinen Tipps oder am stärkeren Gegner lag.

An ein Spiel erinnere ich mich besonders gerne. Runde Vier - Tom gegen einen Spieler aus Trittau. Der erste Satz ging verloren. Tom war ziemlich frustriert, warf den Schläger in die Ecke und verspürte ein großes Bedürfnis, mit Tischtennis aufzuhören. Nach ein paar aufbauenden Worten vereinbarten wir einige Regeln. Die wichtigste davon lautete: „Du gehst raus und hast Spaß, egal wie das Match ausgeht“. Den zweiten Satz gewann Tom und kam mit einem breiten Grinsen wieder an die Bande. Alles andere war dann ein Selbstgänger. Tom konnte auch die weiteren Tipps super umsetzen und am Ende gewann er das Match…yeah.

In Summe hat Bargteheide super abgeschnitten. Nicola wurde 4. Bei den Jungs wurde Paolo 1., Kieran 3., Marci 4., Leo 7., Thore 8., Tom 11. Und Felix 13. Aber Verlierer gab es für mich an diesem Tag nicht, denn alle haben ihr Bestes gegeben.

Tag 2 - Schüler/innen C:

Am Sonntag waren dann aus Bargteheide Annelie und meine Tochter Fiona dabei. Bei den Jungs starteten Cosimo, Henry und Lloyd. Als Coaches waren wir zu dritt. Natürlich hatte ich als Papa auf meine Tochter ein besonderes Auge. Gleich das erste Match war ein vereinsinternes Duell gegen Annelie, ein Dauerbrenner und bisher meist ganz knapp für Annelie. Aber an diesem Tag lief alles zugunsten von Fiona, und so konnte sie das Match 3:0 gewinnen. Nach einem weiteren Sieg war alles möglich. Im dritten Spiel hatte sie keine Chance, die Konkurrenz aus Trittau war zu stark. So ging es im letzten Spiel um Platz 2. In diesem besonderen Spiel war ich dann nicht nur Coach, sondern auch noch Schiedsrichter. Dazu gehört natürlich, neutral zu bleiben. Das Spiel war hochspannend: 1.Satz an Trittau, 2. Fiona, 3. Trittau, 4. Fiona. Nun also Entscheidungssatz: Beide schenkten sich nichts, es stand 9:9, 10:10, 11:11. Ich wäre fast gestorben an der Platte und durfte trotzdem keine Miene verziehen. Immerhin war ich Schiedsrichter. Ab dem 12:12 folgten meine Stoßgebete in Richtung Himmel. Das Match ging letztlich 15:13 für Fiona aus, und mich hätte man aus der Halle tragen können.

Auch dieser Tag war für den TSV sehr erfolgreich: Fiona 2., Annelie 5. und bei den Jungs Cosimo 2., Henry 4. und Lloyd 7.

In Summe waren beide Tage für mich eine tolle Erfahrung. Ganz besonders loben sollte man mal die Arbeit aller Coaches und Trainer, die viel Zeit in der Halle verbringen, anfeuern und mitleiden. Ich war bei jedem Spiel mit Herzblut dabei und habe mehr gelitten, als wenn ich selbst gespielt hätte. Vor allem war es mir aber wichtig, nach dem Spiel auch bei den gegnerischen Kids vorbeizuschauen. Denn egal wie sehr man sich über einen Bargteheide-Sieg freut, auf der anderen Seite steht ein tief enttäuschtes Kind. Und das braucht auch ein paar aufbauende Worte…

Ich wünsche allen Schülern, die die nächste Runde erreicht haben, alles Gute und viel Erfolg weiterhin.

Gruß, Jens Radeloff

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